gynäkologie

Meistens entstehen Blasenentzündungen dadurch, dass Bakterien vom Darm her über die Scheide die Harnröhre und dann die Blase besiedeln. Dies führt zu typischen Symptomen wie häufigen Harndrang (Pollakisurie), Brennen und Schmerzen im Bereiche der Blase, oder auch Urinverlust. Manchmal können die Bakterien auch noch weitergehen und das Nierenbecken besiedeln. Dies führt zu Nierenschmerzen, Fieber und Krankheitsgefühl.

Wenige Darmbakterien in der Nähe von Scheide oder Harnröhre können vom körpereigenen Abwehrsystem selber bekämpft werden. Erst wenn man Beschwerden hat muss man einen Harnwegsinfekt behandeln. Bei Schwangeren oder älteren Patientinnen muss ein Harnwegsinfekt immer behandelt werden.

Wenn Harnwegsinfektionen immer wieder auftreten, ist die
körpereigene lokale Abwehr reduziert. Durch gewisse Verhaltensmassnahmen kann diese verbessert und Blasenentzündungen verhindert oder reduziert werden:

 

 

  1. Auf Trinkmenge von mindestens 2 Litern /Tag achten
  2. Glas Cranberry- oder Preiselbeersaft /Tag
  3. Reinigung nach Toilettengang immer von vorn nach hinten, Waschtücher nicht mehrmals verwenden
  4. Haut um Vagina (Scheide), Anus (Darmausgang) und Harnröhrenausgang mit Fettsalbe pflegen 1x/d
  5. Wasserlösen nach Geschlechtsverkehr (Sex)
  6. Medikamentöse Therapie mit Hormonen, Antibiotika und Probiotika, Impfung nach ärztlicher Kontrolle.

Die Chlamydieninfektion ist eine Geschlechtskrankheit, die durch kleine Bakterien verursacht wird und durch Geschlechtsverkehr übertragen wird. ¾ der betroffenen Frauen und ¼ der betroffenen Männer bemerken die Erkrankung nicht, weil sie beschwerdefrei bleiben.

Symptome sind ev. leichtes Brennen beim Wasserlassen, leichte Schmierblutungen oder leichte Bauchschmerzen. Aber meistens spüren Frauen nichts von einer Infektion.

Wenn die Infektion unbehandelt bleibt, kann sie Folgeschäden verursachen. Diese sind bei Frauen unter anderem: Unterleibsentzündungen, Verwachsungen im Bauchraum, Verwachsungen der Eileiter, Unfruchtbarkeit, selten Gelenksentzündungen, etc.

Wegen der ernsten Folgeschäden ist es wichtig die Infektion zu erkennen und rechtzeitig zu behandeln. Da die Krankheit durch Geschlechtsverkehr übertragen wird ist es immer wichtig die Geschlechtspartner zu behandeln. Ausserdem muss die erfolgreiche Behandlung durch einen Kontrollabstrich überprüft werden.

Die Behandlung kann meist ambulant mit Antibiotika erfolgen, welche zuverlässig eingenommen werden müssen. Seltener ist eine Behandlung mit Antibiotika über die Vene notwendig, dies muss dann im Spital erfolgen.

Menstruationsbeschwerden kommen bei fast jeder Frau gelegentlich vor. Etwa 1 von 10 Frauen hat so starke Periodenschmerzen, dass es zu Absenzen in der Schule oder bei der Arbeit kommt.

Jede Frau empfindet die Regelschmerzen etwas anders. Sie können sich als leichtes Unwohlsein, Kopf-/ Rückenschmerzen, Durchfall, Übelkeit manifestieren, aber auch als stärkste Unterleibskoliken, Schmerzen bei Geschlechtsverkehr / Stuhlgang etc.

Die Schmerzen entstehen weil sich der Gebärmutter-Muskel während der Periode zusammenzieht. Dadurch wird die Gebärmutter kurzfristig weniger durchblutet, sie setzt darauf hin Schmerzbotenstoffe (Prostaglandine) frei. Durch die Muskelkontraktion (Zusammenziehen) der Gebärmutter wird auch an den Bändern gezogen an welchen die Gebärmutter im Körper befestigt ist (ziehende Schmerzen in Beine oder Rücken).

Manchmal haben Regelschmerzen aber auch andere krankhafte Ursachen und sind durch Myome, Zysten, Spiralen oder Endometriose verursacht.

Um eine krankhafte Ursache auszuschliessen muss man genau wissen wann, wo und wie die Schmerzen auftreten. Und in einer körperlichen Untersuchung muss festgestellt werden, ob krankhafte Veränderungen bestehen.

Wie behandelt man Menstruationsbeschwerden?

Liegt eine krankhafte Veränderung vor, muss diese spezifisch behandelt werden.

Liegt keine krankhafte Veränderung vor, können folgende Massnahmen Linderung bringen:

  1. Stress verstärkt die Symptome. Durch Stressabbau können die Beschwerden viel milder sein (Autogenes Training, Yoga, Akupunktur) Wärme wirkt krampflösend. Entspannen Sie sich in einem warmen Bad. Trinken Sie einen warmen Tee. Benützen Sie eine Wärmeflasche.
  2. Manchen Frauen hilft bei leichten Menstruationsbeschwerden sportliche Betätigung.
  3. Ernährung: Verzichten Sie auf koffeinhaltige Getränke während der Periode und ernähren Sie sich ballaststoffreich und ausgewogen.
  4. Alternativmedizin: Akupunktur, Aromatherapie können Linderung verschaffen.
  5. Kräutertherapie: Mönchspfeffer, Gänsefingerkraut, Zimt, Lavendel, Johanniskraut, Traubensilberkerze, Liebstöckel sind Kräuter die von Alters her gegen Periodenschmerzen verwendet wurden.
  6. Magnesium entweder durch Nahrungsaufnahme (Nüsse, Weizen) oder in pharmakologischen Präparaten wirkt krampflösend und gegen Schmerzen.
  7. Schmerzmittel wie Ibuprofen, Paracetamol oder Mefenaminsäure können verwendet werden.
  8. Die regelmässige Einnahme einer Antibabypille hilft meist sehr gut gegen Periodenschmerzen.

Was ist Endometriose?

Der Gebärmuttermuskel ist innen ausgekleidet von einer Schleimhaut. Diese Schleimhaut wird durch die Eierstockhormone beeinflusst. In der 1. Zyklushälfte (die ersten zwei Wochen beginnend mit der Periode) wächst diese Schleimhaut unter dem Einfluss der Eierstockhormone und wird dicker, um bereit zu sein, wenn sich ein befruchtetes Ei einnisten würde.
In der 2. Zyklushälfte (3. und 4. Woche nach der Periode) produziert die Schleimhaut Schleim. Ziemlich genau 2 Wochen nach der Periode findet der Eisprung statt (die Frau ist in diesen Tagen fruchtbar). Wenn das Ei befruchtet wurde nistet es sich ca in der 3. Woche nach der Periode in die Schleimhaut ein. Wenn das Ei nicht befruchtet wurde, findet ca 4 Wochen nach der Periode die nächste Periode statt. Das heisst die Schleimhaut wird durch Zusammenziehen der Gebärmutter ausgestossen und es blutet.

Diese Schleimhaut heisst Endometrium. Bei der Endometriose befindet sich Schleimhaut nicht nur in der Gebärmutter, sondern auch an anderen Stellen im Bauchraum oder sogar anderswo im Körper. Auch diese Endometriose macht den Menstruationszyklus mit, das heisst sie blutet während der Periode zum Beispiel in den Bauchraum, die Eierstöcke, die Blase, den Darm, etc oder wohin sie sich eben befindet. Blut im Bauch zu haben ist schmerzhaft, der Körper muss das Blut wieder verarbeiten und dabei bilden sich Narben. Es kommt also zu Vernarbungen im Bereich dieser Endometriose, z.B. im Bauchraum.

Man weiss nicht genau wieso die Endometriose entsteht. Man nimmt aber an, dass Menstruationsblut bei der Periode durch die Eileiter in den Bauchraum gelangt und Zellen aus der Schleimhaut mit sich führt, welche im Bauchraum anwachsen und dort Endometriose bilden.

Wie sind die Symptome? Was sind die Folgen?

Patientinnen mit Endometriose können vom Blut im Bauch, Blase und Darm, etc und von den Vernarbungen Schmerzen haben. Alle Menschen erleben aber Schmerzen unterschiedlich, daher sind die Schmerzen auch unterschiedlich stark ausgeprägt. Sie treten vor allem während der Periode auf, aber auch bei Geschlechtsverkehr oder beim Stuhlgang. Durch die Vernarbungen im Bauchraum kann es sein, dass die Eileiter vernarben und unbeweglich werden. So kann Endometriose auch zu Unfruchtbarkeit führen.

Wie diagnostiziert man die Endometriose?

Durch die genaue Schilderung der Beschwerden (Symptome) kann der Verdacht auf Endometriose entstehen. In der klinischen Untersuchung mit dem Spekulum (Scheidenspiegel) werden die Genitalorgane untersucht. Eine Ultraschalluntersuchung hilft bei der Diagnosestellung. Eventuell sind weitere Untersuchungen wie CT, MRI, Darm-, oder Blasenspiegelung nötig. Die Diagnose kann aber nur sicher gestellt werden mit einer Laparoskopie (Bauchspiegelung).

Wie therapiert man Endometriose?

Die Endometriose kann mit Schmerzmitteln therapiert werden. Häufig sind diese aber nicht wirkungsvoll genug. Weitere medikamentöse Therapiemöglichkeiten sind Hormone, unter anderem die Antibabypille.
Es kann aber auch sein, dass operative Therapien notwenig werden.

Ihre Frauenärztin wird, eventuell in Zusammenarbeit mit weiteren Spezialisten, versuchen die optimale Therapie für sie zu finden.

Viele Frauen mit Endometriose finden auch Unterstützung in einer Selbsthilfegruppe.

Siehe Links

Die Eizelle der Frau kann während ca 24h befruchtet werden. Der Eisprung findet ca 14 Tage nach dem ersten Blutungstag der Periode statt, wenn der Menstruationszyklus ca 28 Tage dauert. Spermien können ca 5 Tage überleben. Das heisst bei einem "normalen" Menstruationszyklus kann man zwischen dem 9. und 15. Zyklustag schwanger werden vom ersten Tag der letzten Periode aus gezählt.

Ein gesundes Paar hat pro Monat ca 20% "Chancen" schwanger zu werden, wenn es während den fruchtbaren Tagen Geschlechtsverkehr hat. Es ist also vollkommen normal, wenn man 1 – 2 Jahre auf eine Schwangerschaft warten muss, sogar wenn alles in Ordnung ist.
Erst wenn nach 2 Jahren des "Probierens" (ungeschützter regelmässiger Geschlechtsverkehr) keine Schwangerschaft eintritt spricht man von Sterilität.

Gründe für die Sterilität können sehr vielfältig sein und vom Mann, von der Frau, beiden oder aber auch keinem ausgehen. Ursachen für Sterilität können sein: hormonelle Probleme beim Mann oder der Frau, (angeborene) anatomische Gründe vom Mann oder der Frau, (Zysten, Polypen, Myome), genetische (erbliche) Probleme von einem oder beider Partner, psychische Probleme/Belastungen, Ueber- oder Untergewicht, Infektionen oder abgeheilte frühere Infektionen, etc.

Eine Frau, die schwanger werden möchte sollte überprüfen, ob sie einen Rötelnschutz hat und täglich Folsäure zu sich nehmen, weil dies Fehlbildungen beim Kind verhindern kann.
Ausserdem sollte sie auf Alkohol verzichten und das Rauchen einstellen oder reduzieren. Am besten kann der Partner sie dabei unterstützen, wenn er auf diese Genussmittel ebenfalls verzichtet.
Eine ausgewogene gesunde Ernährung (nicht zuviel, nicht zuwenig), Bewegung und genügend Schlaf erhöhen die Chancen auf eine Schwangerschaft (stabilisiert das hormonelle Gleichgewicht).

Wenn Sie an Infektionen oder Ausfluss leiden oder eine sehr seltene/keine Periode haben sollten Sie nicht 2 Jahre zuwarten bei unerfülltem Kinderwunsch, sondern eine Frauenärztin konsultieren.

Sterilitätstherapien sind meistens aufwändig und müssen dem jeweiligen ursächlichen Problem angepasst sein. Daher ist eine eingehende Beratung und danach Untersuchung beider Partner unbedingt notwendig vor einer Therapie.

siehe Links

 

 

Beim Krebsabstrich werden während der gynäkologischen Untersuchung schmerzlos mittels eines Holzstäbchens durch Kratzen Zellen vom Gebärmutterhals entfernt und in ein Labor eingeschickt. Dieses untersucht diese Zellen und kann damit feststellen, ob diese normal sind oder ob sie entzündlich verändert sind. Auch festgestellt werden kann, ob Zellen von Krebsvorstufen vorhanden sind.
Ziel ist es Krebsvorstufen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Mit dieser Untersuchung konnte in den letzten 40 Jahren die Zahlen von Todesfällen wegen Gebärmutterhalskrebs deutlich reduziert werden.

Krebsvorstufen und Gebärmutterhalskrebs entstehen immer durch Infektionen mit Human Papilloma Viren (Viren, die ähnlich sind wie Warzenerreger). Mit diesen steckt man sich vor allem an durch Geschlechtsverkehr (siehe HPV-Infekt).

Der PAP-Abstrich sollte regelmässig bei allen Frauen erfolgen von dem Moment an wo sie Geschlechtsverkehr haben bis ins Alter von 70 Jahren. In dieser Zeit wird der Krebsabstrich von der Krankenkasse alle 3 Jahre selbstbehaltlos übernommen. Alle zusätzlichen Untersuchungen sind allerdings nicht eingeschlossen (werden bezahlt, haben aber Selbstbehalt).

Wenn bei Ihnen solche HPV-Veränderungen im Krebsabstrich festgestellt wurden, ist dies noch kein Grund zur Beunruhigung. Meist sind die Veränderungen nur vorübergehen und heilen von selbst wieder ab. Aber es ist notwenig den Krebsabstrich in kleineren zeitlichen Abständen zu wiederholen, um eine Verschlimmerung des Abstriches rechtszeitig zu erkennen.

 

 

 

 

Pilzinfektionen der Vagina (Scheide) sind nicht gefährlich. Ihr Partner muss sich daher beim Geschlechtsverkehr wegen des Pilzes nicht schützen. Eine geringe Anzahl von Pilzen kann zur normalen Flora (Besiedelung) der Vagina gehören. Wenn sich das Milieu (Umgebung) der Vagina verändert, kann dies das Wachstum der Pilze begünstigen. Dann wird die schützende Normalbesiedelung der Vagina durch die Döderleinbakterien von den Pilzen zurückgedrängt. Dies kann geschehen durch:

  1. Übertriebenes Waschen (Wegwaschen der Döderlein – Bakterien)
  2. - Feucht-warmes Klima (synthetische enge Kleider, wachstumsfördern für Pilze)
  3. Mangelnde Hygiene
  4. Erhöhtes Nahrungsangebot für Pilze (zuckerreiche Ernährung)
  5. Hormonelle Umstellung (Pilleneinnahme, Schwangerschaft, Stillzeit)
  6. Antibiotika-Einnahme (tötet Döderleinbakterien ab)
  7. Schwäche der körpereigenen Abwehr (Krankheit, Stress)
  8. Schleimhautschädigung durch mechanische oder chemische Reize (Tampon, Geschlechtsverkehr, Geburt, übertriebene Anwendung von Seifen und Intimspray)
  9. Besiedelung über Darmflora (unkorrektes Reinigen des Darmausganges, von Darm Richtung Vagina).

Was können Sie gegen Pilzinfektionen tun?

  1. Schonen der normalen Vaginalbesiedelung (Döderleinbakterien), indem Sie auf übertriebene Intimpflege verzichten (In der Vagina nie waschen, die reinigt sich selber! Intimbereich nur 1 x täglich mit milder Seife waschen).
  2. Tragen von sauberer Unterwäsche aus Naturfasern
  3. Gute Pflege der Schleimhäute, der Schamlippen und des Scheideneinganges mit fetthaltiger Salbe (Bepanthen-Salbe, Deumavan, Melkfett).
  4. Abwischen nach Stuhlgang von vorn nach hinten.
  5. Bei leichtem Befall Therapieversuch mit Tampon das mit Bifidusyoghurt getränkt wurde über 1h.
  6. Nach ärztlicher Konsultation ggf Rückbesiedelung der Normalflora durch Scheiden-Zäpfchen nach Risikosituationen (Geschlechtsverkehr, Menstruation, Antibiotikaeinnahme), Therapie mit Pilzmittel, ev. auch Dauertherapie.

 

 

 

Die Spirale ist ein Verhütungsmittel, welches in die Gebärmutter eingesetzt wird. Es kann Sie während 5 Jahren vor einer ungewollten Schwangerschaft schützen. Spiralen sind T- oder hufeisenförmige Stücke aus Kunststoff, deren Mittelteil mit einem Kupferdraht umwickelt ist. Von diesem geht der empfängnisverhütende Effekt u.a. aus. Durch die Kupferionen, die durch die Kupferspirale freigesetzt werden, kommt es zu einer Reaktion in der Gebärmutterschleimhaut, die die Spermien daran hindern, zur Eizelle zu gelangen, ausserdem würde eine befruchtete Eizelle daran gehindert, in der Schleimhaut einzuwachsen.

Die Hormonspirale (Mirena) enthält ein Hormonpräparat, welches kontinuierlich an die Gebärmutter abgegeben wird. Dies bewirkt, dass sich der Gebärmutterhalsschleim verändert und somit die Spermien gar nicht in die Gebärmutterhöhle vordringen können und es so zu keiner Befruchtung des Eies kommt. Ausserdem lässt das Hormon, welches von der Spirale freigegeben wird (Gestagen) die Gebärmutterschleimhaut "austrocknen", so dass es zu schwächeren, evtl. unregelmässigeren oder auch gar keinen Perioden mehr kommt. Periodenschmerzen würden sich dadurch auch verringern. Dafür ist es möglich, dass die Brüste sich diskret vergrössern und man vermehrt ein Brustspannen spürt.

Eine Spirale schützt nicht vor AIDS oder anderen sexuellübertragbaren Krankheiten.
Prinzipiell kann jeder Frau eine Spirale eingesetzt werden, einfacher ist es, wenn eine Frau bereits geboren hat. Eine Spirale ist ein sehr sicheres Verhütungsmittel, ähnlich sicher wie eine Pille (Pearl-Index Kupferspirale 0.9 – 3, Hormonspirale 0.16).

Einsetzen der Spirale:

Die Spirale wird während einer gynäkologischen Untersuchung eingesetzt. In einer vorgängigen Kontrolle sollte ein Krebsabstrich (Pap-Kontrolle) vom Gebärmutterhals gemacht werden und die normalen Resultate dieser Untersuchungen sollten vorliegen. Das Einsetzen der Spirale dauert ca. 10 Minuten, erfolgt nach Desinfektion der Scheide und der Schamlippen. Man kann direkt nach dem Einsetzen wieder der üblichen Tätigkeit nachgehen. Das Einsetzen kann mit einem leichten periodenartigen Schmerz im Unterleib verbunden sein. Es empfiehlt sich daher eine schmerzstillende Tablette (Ponstan, Mefenacid, Spedifen, etc) ca. 1 Stunde vor dem Einsetzen einzunehmen. Der beste Zeitpunkt für das Einsetzen einer Spirale sind die Tage der Menstruation. Nach einer Geburt soll mit dem Eineinlegen einer Spirale 6 – 8 Wochen zugewartet werden.

Risiken / Nebenwirkungen:

Eine Kupferspirale beeinflusst den eigenen Hormonzyklus nicht, kann aber bei vielen Frauen stärkere und längere Monatsblutungen auslösen. (Kupfer-)Spiralenträgerinnen können häufiger eine Eileiterschwangerschaft haben. Eine Kupferspirale kann aufsteigende Entzündungen fördern, solche Infektionen können später zur Unfruchtbarkeit führen. Häufiger Geschlechtsverkehr mit wechselnden Partnern erhöht dieses Risiko.

Mirenaträgerinnen haben eine abgeschwächte Periode, die auch sehr unregelmässig sein kann. Man vermutet, dass Mirenaträgerinnen zu Ovarialzysten neigen könnten.

Ausfluss und Zwischenblutungen sind bei allen Spiralenträgerinnen häufiger. 6 – 7 % der Frauen stossen eine Spirale im 1. Anwendungsmonat aus. Daher empfehlen wir Ihnen 6 Wochen nach Einlage eine Ultraschallkontrolle der Spirale.
Während des Einsetzens der Spirale können Verletzungen der Gebärmutter auftreten. Sehr selten kann es vorkommen, dass die Spirale die Gebärmutterwand durchdringt und so im Bauch zu liegen kommt. In diesem Fall muss die Spirale über eine Bauchspiegelung (operativer Eingriff) wieder entfernt werden.
Durch das Einlegen der Spirale können bakterielle Keime aus der Vagina in die Gebärmutter gelangen und eine Infektion hervorrufen. Dies muss mit Antibiotika therapiert werden. Wenn Sie nach der Spiraleneinlage starke Bauchschmerzen und Fieber haben müssen Sie sich bei Ihrer Aerztin melden.

Die Fruchtbarkeit wird durch die Spirale nicht beeinträchtigt. Einen Monat nach der Entfernung der Spirale ist eine Schwangerschaft möglich.

Kosten:

Krankenkassen sind grundsätzlich nicht verpflichtet die Kosten von Verhütungsmitteln zu übernehmen. Mirenaspirale: 500.– CHF. Kupferspirale 300.– CHF.

Wechseljahre/ Abänderung/Menopause/Klimakterium
Genau wie die Pubertät und die Schwangerschaft sind die Wechseljahre keine Krankheit, sondern eine Zeit der hormonellen Umstellung.
Ca um das 50. Lebensjahr nimmt die Hormonproduktion in den Eierstöcken ab. Dies dauert mehrere Jahre. Die Menopause ist die Zeit der letzten Periodenblutung. Sie kann erst im nach hinein bestimmt werden, wenn über 12 Monate die Periode wegblieb. Die Eierstöcke bilden Oestrogene und Progesteron (weibliche Hormone) aber auch Androgene (männliche Hormone). Wenn sie ihre Funktion einstellen nimmt der Spiegel dieser Hormone im Blut ab und ihre Wirkung lässt nach. Auch die Hormone im Hirn verändern sich.
Oestrogene haben eine Wirkung auf die Geschlechtsorgane, Knochen, Muskeln, Blutfette, Blase, Gerinnung, Haut, die Schleimhäute, die Gefässe, den Blutdruck, das Gewicht, die Psyche. Entsprechend vielfältig können die Veränderungen in den Wechseljahren sein.
Wechseljahrsymptome können zwischen dem 35. und 60. Lebensjahr erstmals auftreten, häufig aber um das 50. Lebensjahr. Ca 1/3 der Frauen spüren davon nichts (ausser dass die Periode wegbleibt), ca 1/3 haben leichte Symptome und ca 1/3 sind durch die Symptome stark belastet. Entsprechend erleben die Frauen diese Zeit sehr unterschiedlich: einige empfinden sie als Verlust ihrer Weiblichkeit oder Jugendlichkeit, andere empfinden sie als befreiend (keine Verhütung oder Angst vor ungewollter Schwangerschaft, keine Blutungen mehr). Auf jeden Fall muss sich die Seele wieder, ähnlich wie in der Pubertät, mit den körperlichen Veränderungen, dem veränderten Lebensgefühl und auch Belastungen auseinander setzen.
Mögliche klimakterische Beschwerden sind:
Hitzewallungen, Schlafprobleme, depressive Verstimmung, Reizbarkeit, Herzrasen, Harninkontinez, Trockenheit der Schleimhäute, insbesondere der Vagina, Verminderung der sexuellen Lust, etc.

Wie wird die Menopause diagnostiziert?

Meist durch genaue Befragung der Symptome. In gewissen Fällen kann es aber notwenig sein eine Hormonbestimmung vorzunehmen, z.B. wenn die Patientin unregelmässige Blutungen hat oder noch eher zu jung ist für die Menopause. Auch wenn es darum geht andere Erkrankungen (Schilddrüsenstörung, Depression,etc.) auszuschliessen ist eine Hormonbestimmung sinnvoll. Werden Hormone eingenommen kann keine Hormonbestimmung durchgeführt werden.

Wie therapiert man Wechseljahrbeschwerden?

Es sind vielfältige Therapien möglich. Je nachdem welche Beschwerden im Vordergrund stehen oder wie stark sie ausgeprägt sind kommen andere Methoden zum Einsatz.

  1. Lifestyle-Veränderungen: Achten Sie auf genügend Bewegung, eine ausgewogene Ernährung, reduzieren sie Coffein, Nikotin und Alkohol. Die Ernährung sollte genügend Calcium enthalten. Bei Spaziergängen an der Sonne produziert Ihr Körper Vitamin D. Achten Sie auf ein gesundes Gleichgewicht von Spannung und Entspannung im Alltag. Tun Sie sich etwas Gutes.
  2. Alternativmedizin: Sauna, Yoga, Akupunktur wirken gegen Nervosität, Schlafmangel und Depression.
  3. Pflanzentherapie: Traubensilberkerze (Cimifuga racemosa), Mönchspfeffer (Agnus castus) und Johanniskraut (Hypericum perforatum) halfen bei Wechseljahrsbeschwerden. Orangenblütentee oder Baldrian helfen gegen Schlafstörungen.
  4. Lokale Hormonpräparate: Bei Scheidentrockenheit oder Blasenstörungen helfen lokale Oestrogene. (Scheidenzäpfchen oder Cremes)
  5. Hormontherapien (Pillen oder Pflaster) sind nach amerikanischen Studien etwas in Verruf geraten. Sie sollten etwas zurückhaltend nach genauem Abwägen der Vor- und Nachteile angewendet werden. Nach einer gewissen Zeit sollte ein Absetzversuch erfolgen. Ausserdem müssen regelmässige gynäkologische Kontrollen erfolgen.
  6. Manchmal können Antidepressiva oder Schlafmittel notwendig sein.